Reise blog von Travellerspoint

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Isla de la Juventud

aufgestaute Langeweile

sunny 24 °C
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Im Flieger bin ich schon mal der einzige Tourist. Bei der Ankunft in der Inselhauptstadt Nueva Gerona wartet bereits ein Taxi auf mich. Es bringt mich zu Edsuys und seiner Frau. Er ist Zahnarzt und vermietet 2 Zimmer privat zumeist an Langzeittouristen im Erdgeschoss. Wieder ein Glücksfall, denn er spricht ein bisschen Englisch und fantastisch kochen kann er auch.

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Am nächsten Tag fahre ich mit dem Rad an einen Strand namens "Playa Paraiso". Na wenn das das Paradies ist dann will ich da nicht hin. Trübes Wasser, Seegras verrottet am Ufer. Ich habe nicht mal ein Foto gemacht und bin nach einer halben Stunde wieder gefahren. Tags darauf fahre ich zum Playa Bibijagua - auch nicht viel besser.

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Wegen den Stränden muss man wirklich nicht nach Isla Juventud kommen. Strandleben fällt also schon mal aus, aber ich bin nicht zum Baden hier sondern zum Tauchen. An der Westspitze der Insel gibt es einen Ort namens "Punta Frances". Dort soll es sagenhaft gute Tauchspots geben. Es wäre allerdings nicht Kuba wenn das irgendwie touristisch erschlossen wäre. Es ist sogar noch schlimmer als in Ost-Timor.

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Die Touren gehen von einer Marina in der Nähe des Hotel Colony weg und die Taucher übernachten üblicherweise dort. Das Hotel ist heruntergekommen, teuer und das Essen fürchterlich. Deswegen fasse ich den (wie sich im Lauf des Tages herausstellt) verwegenen Plan in Nueva Gerona bei Edsuys zu bleiben und die 50km bis dorthin mit dem Bus zu fahren.

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Los geht es um morgens um halb 7. Ein Minibus der unter anderem auch den Tauchguide für heute aufsammelt fährt zur Marina. Der Fahrer ist dann auch Kapitän des Tauchbootes. Später wird er noch zum Koch (geplant) und Mechaniker (ungeplant). Gegen 9 treffen 2 weitere Taucher ein und eine halbe Stunde später geht es endlich raus aufs Meer.

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Normal wären es ca. 90 Minuten bis zu den Tauchspots auf der anderen Seite der Bucht. Auf halber Strecke kommt dicker schwarzer Rauch aus einem der beiden Motoren. Ab da tuckern wir nur noch mit halber Kraft..und das dauert und dauert...In einer kleinen Bucht ankert ein Fischerboot und wir legen längsseits an. Einige von der Besatzung entern das Boot und verschwinden mit dem Kapitän (nun Mechaniker) im Maschinenraum. Nach der Untersuchung folgt ein langes Palaver und einer holt vom anderen Boot einen Keilriemen. Eine weitere halbe Stunde später ist es soweit repariert, dass wieder beide Motoren laufen.

Es ist bereits nach Mittag bis wir zum ersten Mal ins Wasser kommen. Es werden zwei sehr gute Tauchgänge - leider ohne Sonne weil bewölkt. Sonst wäre es wohl ein Spitzentauchgang geworden. Nicht ganz wie Komodo, aber nahe dran. Gute Sicht, tolle Unterwasserlandschaft, intaktes Riff und viele Fische. Keine Haie, aber man kann ja nicht immer alles haben.

Um 3 Uhr gibt es dann Mittagessen. Languste reichlich, alles sehr lecker.

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Immer wieder erstaunlich wie Schiffsköche auf kleinstem Raum kulinarische Wunder vollbringen.

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Der Motor hält bis zurück in den Hafen. (Am nächsten Tag fiel er wieder aus wie ich später erfuhr). Nun beginnt meine Rückreise nach Nueva Gerona. Um 5 Uhr nachmittags fährt ein Bus Angestellte des Hotels zurück in ihre Dörfer. Da kann ich mit. Weil der aber jeden zuhause abliefert (das erinnert mich stark an Samoa) dauert es bis halb 7 bis ich zurück bin. 12 Stunden unterwegs für 2 x 40 Minuten Tauchen? Das tue ich mir nicht nochmal an.

Sich tagsüber zu beschäftigen ist hier gar nicht so einfach. Strände nix, Tauchen zu umständlich. Nur ein kleiner Park im Zentrum.

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Gut das hier wenigstens nachts etwas los ist. Es gibt hier eine recht kurze Fußgängerzone mit Bars und einer Diskothek.

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Dort entlädt sich jede Nacht die aufgestaute Langeweile. An den Abenden an denen ich dort war habe ich gerade mal 2 ausländische Gesichter gesehen. Nie vor 4 Uhr im Bett - nach 4 Tagen Nachtleben in Nueva Gerona brauche ich eine Pause. Deswegen nehme ich am Sonntag die Fähre zurück zum Festland und den Bus nach Havanna. Das Boot ist erstaunlicherweise teurer als der Flug, aber das Ticket beinhaltet den Bus, der mich mitten in die Stadt fährt. Das ist dann insgesamt billiger, weil ich so nicht das unverschämt teure Flughafentaxi nehmen muss.

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Nach 2 ruhigen Tagen in Havanna geht es weiter nach Trinidad - nicht das Land, sondern die Stadt 6 Stunden Bus Richtung Osten entfernt, hier auf Kuba. Viel Kultur, schöner Strand und wenig Nachtleben, genau das brauche ich jetzt.

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In Kuba bin ich noch 1 Woche, dann geht es weiter. Nur noch 2 Wochen bis Weihnachten. Letztes Weihnachten war ich in Lüderitz (Namibia), davor in Pompano Beach (USA), davor in Esperance, (Australien). Wo werde ich die vierten und letzten Weihnachten auf dieser Reise verbringen? Gefragt ist das Land - die Stadt weiß ich selbst noch nicht. Für richtige Tipps gibt es wieder eine Postkarte von dort. Tipps bitte wieder per Blog-Kommentar oder E-Mail.

Bisher sind alle Gewinner-Postkarten angekommen, die von Ost-Timor (eingeworfen in Fidschi) brauchte fast 3 Monate - länger als die aus der Antarktis.

Eingestellt von Tom Travel 21:06 Archiviert in Kuba Kommentare (3)

Es Cuba!

nächtliche Begegnungen

sunny 23 °C
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So richtig erholt habe ich mich in den 2 Tagen in Havanna allerdings auch nicht. Abends ist es richtig kühl geworden und ich brauchte eine Jacke. Praktisch weil man in den Taschen ein paar Sachen verstauen kann. Auf dem Rückweg vom Abendessen bin ich in einer düsteren Raggaeton-Disco gelandet. War eigentlich sehr gut, Jacke hatte ich über meinem Stuhl - hinter mir die Wand. Sollte eigentlich nichts passieren. Als ich heimgehen wollte waren trotzdem irgendwie die Taschen der Jacke leer. Handy und Kamera weg. Es war nur die kleine Kamera, trotzdem ärgerlich. Schlimmer ist der Verlust des Telefons. Ab nun kein GPS und keine Landkarten mehr und alle meine Kontakte sind weg. Letzteres unersetzlich.

Wie jedes Mal wenn etwas gestohlen wurde, war ich auch dieses Mal selbst schuld. Seit 16 Monaten ist schon nichts mehr weggekommen, eigentlich war das überfällig. Irgendwann macht man einen kleinen Fehler und wenn man Pech hat wird das bestraft. Die Frage bei so einer langen Reise ist nicht ob man beklaut wird, sondern nur wann und wie oft. Besser man kalkuliert das mit ein und hat Ersatz parat. Ich habe jetzt noch mein Reserve-Handy, Tablet, Laptop und die große Kamera. Mal sehen wie viel davon ich mit nach Hause bringe.

Jetzt bin ich also in Trinidad. Gut dass die Stadt nicht so groß ist. Ich muss mich nämlich erst wieder daran gewöhnen meinen Orientierungssinn zu nutzen und nicht ständig mit Hilfe des Handy-GPS durch die Straßen zu laufen.

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Hier in der Altstadt scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Mehr Pferdekutschen als Autos.

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Freunde kolonialer Architektur finden hier reichlich Motive.

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Jeden Tag abends nach Sonnenuntergang findet auf den Treppen neben der Kirche ein Open-Air-Salsa-Konzert statt.

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Ich fotografiere allerdings nun nur noch tagsüber. Die kleine Kamera, die ich sonst immer für Schnappschüsse dabei hatte wenn ich abends unterwegs war, ist ja nun weg und die große Kamera schleppe ich nicht mit.

Hier gibt es eine ganz besondere Diskothek. Etwas über der Altstadt führt ein schmaler Pfad zu einem Höhleneingang. Ein schwach beleuchteter Tunnel führt gut 100m in den Berg. Dort in einer natürlichen Kaverne dann eine Bar, Tanzfläche - alles was dazugehört. Stalagtiten an der Decke, es tropft - eine richtige Kalksteinhöhle. Als Höhepunkt gibt es eine kleine Feuershow mit Schlange und jungen Damen. Mir sind hier schon wieder zu viele Touristen, deswegen bin ich bald zu hause.

Gut ausgeruht geht es ein letztes Mal zurück nach Havanna. Es ist Sonntag und ich treffe wieder Nelson der in der selben Kneipe in der Altstadt mit seiner Band spielt. Ich komme mit Erroll, einem seiner Freunde, ins Gespräch. Er lädt mich ein zu einem Fest in San Miguel, einem Dorf etwas außerhalb Havannas, mitzukommen. Ich verstehe nicht so ganz worum es dabei geht. Hat irgendwas mit seiner Religion zu tun, aber es gibt dort auch Trommel-Musik und jede Menge "Chicas Cubanas" (wer jetzt nicht weiß was das ist, soll einfach mal die Google-Bildersuche benutzen). Diese Kombination erscheint mir spannend und was soll schon passieren? Etwas das mir geklaut werden könnte habe ich nicht mehr. Auch nicht viel Geld in der Tasche, denn morgen schon geht mein Flieger nach Mexiko.

Ich verabschiede mich von Nelson, der heute etwas anderes vor hat. Mit Erroll und 3 seiner Kumpel nehmen wir ein Taxi. Ich habe keine Ahnung wo wir sind und wo die Reise hin geht. Nach etwa einer halben Stunde biegt er in einen Feldweg ab. Es ist stockfinster, Straßenbeleuchtung gibt es seit wir aus Havanna raus sind schon lange nicht mehr.

Hier soll ein Fest sein? Ich frage ob man da was zu trinken kaufen kann wo wir hinfahren. Nee, kann man nicht. Also fahren wir noch bei einer Art Laden vorbei und kaufen Rum für die Jungs und Bier für mich. Alkohol und Religion geht also schon mal gut zusammen hier.

Dann geht es mit dem Auto nicht mehr weiter. Die Straße ist ausgewaschen und der Taxifahrer weigert sich weiter zu fahren. Das letzte Stück also zu Fuß. Ich überlege wie ich von hier wieder weg kommen soll, wenn es mir nicht gefallen sollte. Taxi rufen scheidet schon mal aus. Noch eine Biegung, dann sehe ich ein Lagerfeuer vor einem Hütteneingang. In der winzigen Hütte drängen sich fast 100 Menschen um eine Art Altar. Darauf steht eine Figur von St. Lazarus - der hat heute Namenstag oder so. Er ist hier scheinbar ein besonderer Heiliger. Ein kleiner Bottich am Boden im Eingang, darauf schwimmen Blütenblätter. Jeder der die Hütte betritt muss sich rituell waschen, d.h. Hände und Gesicht benetzen - das wird streng überwacht. Weiter drinnen bekomme ich auch noch eine milchige Flüssigkeit aus einer Babyflasche ins Gesicht gespritzt. Keine Ahnung was das war.

Ein schwarzes Huhn wird ums Feuer geschwenkt. Das Ganze hat nun mehr von Voodoo und Afrika und gar nichts mehr von Kuba. Trommeln und Sprechgesang -monoton, hypnotisch - die Menge führt in eine Art Trance-Tanz auf. Mein Begleiter versucht mir zu erklären was da gerade passiert. Ich verstehe nichts in dem Lärm.

Nach ein paar Stunden ist mein Bier alle und ich will nach hause. Erstaunlicherweise ist Erroll sofort bereit mit mir zurück zur Hauptstraße zu gehen und dort ein Taxi zu stoppen. Fast dort kommt im Halbdunkel eine Gestalt auf uns zu. Nelson!? Ja wo kommt denn der auf einmal her? Er besucht seinen Cousin, der wohnt hier und hat heute Geburtstag. Das erklärt die Flasche Rum die er dabei hat. Eigentlich wollte ich ja heim, aber dann gehe ich halt nochmal mit. Seit der Woche auf der Isla Juventud ist mein Spanisch gut genug, um den Unterhaltungen einigermaßen zu folgen und es wird recht lustig.

Nach 1 Stunde ist dann auch diese Flasche Rum leer. Nelson und ich haben den selben Heimweg und wir stoppen ein Taxi an der Hauptstraße. Ohne weitere Vorkommnisse erreiche ich mein Hostel.

Das war's dann für dieses Mal mit Kuba. Dieses Land ist in vieler Hinsicht einmalig. Ich könnte ein Buch schreiben über die vielen Dinge die hier anders laufen. Oft habe ich meine Begleiter fragen müssen was dies oder jenes gerade zu bedeuten hat. Die Antwort war oft ein Schulterzucken und "Es Cuba!" Die Leute, die Musik, dieses Lebensgefühl - ich werde auf jeden Fall mit besseren Spanischkenntnissen wieder kommen (ohne Spanisch verpasst man hier das Beste). Sobald wie möglich, so lange es noch dieses Kuba ist!

Eingestellt von Tom Travel 17:50 Archiviert in Kuba Kommentare (0)

Gullivers Reisen

32 Stunden Bus

sunny 29 °C
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Kuba lässt einen nicht so ohne Weiteres los. Beim Abflug werden überraschend 25 US$ Ausreisegebühr am Flughafen fällig. Ich habe genug Bares, aber anderen Reisenden ergeht es nicht so gut. Der einzige Geldautomat am Flughafen streikt und manche müssen sich das Bargeld zusammenbetteln oder leihen, denn Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Ich helfe 2 Schweizern aus der Patsche die sonst gestrandet wären.

Eine Nacht bleibe ich wieder in Cancun, denn der Bus den ich eigentlich noch am gleichen Abend Richtung Belize nehmen wollte war ausgebucht. Ich nutze die Zeit und kaufe in einem Einkaufszentrum Ersatz für die geklaute kleine Kamera. Nun kann ich auch wieder abends beim Weggehen fotografieren.

Die Nachtfahrt nach Belize City wird eine Tortur. Der Bus ist zwar modern und bequem, aber er hält alle paar Stunden entlang der Route und nimmt weitere Passagiere auf. An Schlaf ist so nicht zu denken. Dann als ich um 4 endlich eingeschlafen bin kommt der Grenzübergang Mexiko-Belize. Fast 2 Stunden dauert es bis alle abgefertigt sind. Die Mexikaner sind sogar so frech und verlangen 25$ für die Ausreise über die Landgrenze - das ist mir noch nie passiert. Ich bin stocksauer.

Bei der Ankunft in Belize City staune ich wieder einmal wie unterschiedlich die Menschen von Land zu Land auf diesem doch recht kleinen Teil Amerikas aussehen. Sehr dunkle 2-Meter-Hühnen sind hier in Belize die Norm. Ich komme mir zum ersten Mal seit Samoa wieder klein vor.

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In Belize City heißt es dann auch wieder Umsteigen in einen Minibus und die 3 Stunden Richtung Benque Viejo an der Grenze Belize-Guatemala. Von dort mit dem Taxi und zu Fuß durchs Niemandsland.Hier geht es zwar schneller mit der Abfertigung, aber es werden wieder 15$ für die Ausreise aus Belize fällig.

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Es scheint eine Spezialität von Zentralamerika zu sein,Touristen beim Verlassen abzukassieren. Auf der Guatemala-Seite wartet ein weiterer Minibus, der fährt mich und 6 weitere Leidensgenossen wieder 3 Stunden bis nach Flores, ein hübsches Dorf auf einer winzigen Insel im Lago Peten Itza. 16 Stunden waren wir unterwegs bis endlich das Tagesziel erreicht ist.

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Das Hostel ist typisch internationaler Backpacker Standard und könnte so überall in der Welt sein. Gut zum Leute kennen lernen und für mich zum Ausruhen.

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Ich buche schon Mal die Weiterfahrt für den übernächsten Tag und schaue mich in der näheren Umgebung um.

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In Guatemala ist 140cm eine gute Größe für eine Frau, Männer sind selten über 160cm, das andere Extrem zum Nachbarland Belize. Hier fühle ich mich wie ein Riese.

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Wirklich nett hier. Leider spricht fast jeder Englisch und ich befürchte so mein frisch aufgebessertes Spanisch schnell zu verlieren. Die meisten kommen hierher um die nahe gelegenen Ruinen von Tikal zu sehen. Die kenne ich schon von einer früheren Reise, da muss ich nicht mehr hin.

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Den Typ vom Reisebüro frage ich wo hier abends was los ist, aber irgendwie haben wir uns missverstanden. Zwei Jungs aus dem Hostel und ich landen in San Benito in einem der übelsten Strip-Schuppen die man sich vorstellen kann. Das Niveau absolut unterirdisch. Jeder zwei Bier und dann sind wir wieder weg. Wie ich Kuba jetzt schon vermisse. Zurück in Flores finden wir an der Uferpromenade eine nette Bar mit Musik und überwiegend einheimischen Gästen. Das war schon mehr nach meinem Geschmack. Um 1 Uhr ist in Guatemala Sperrstunde und alles macht dicht.

Am nächsten Abend fährt der nächste Nachtbus für mich. Es stehen wieder 16 Stunden Fahrt auf dem Programm bis nach San Pedro am Lago Atitlan. Zuerst bis Guatemala City mit Komfort, dann 2 weitere Minibusse mit einmal Umsteigen in Antigua. Das letzte Stück der Strecke ist haarsträubend steil. Der See ist umgeben von mehreren erloschenen Vulkanen und über die fahren wir drüber.

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Im Bus von Cancun nach Belize habe ich mir wegen der verfluchten AirCon schon wieder eine Erkältung eingefangen. So warm kann ich mich gar nicht anziehen, dass es mich in diesen Bussen nicht friert.

Eingestellt von Tom Travel 17:49 Archiviert in Guatemala Kommentare (0)

Feliz Navidad!

die 4. Reiseweihnacht

sunny 24 °C
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Guatemala ist also das Land in dem ich meine letzte Reiseweihnacht verbringe. Erraten hat es diesmal leider keiner.

Hier ist alles irgendwie niedlich und klein. Das Hostel in das ich wollte ist ausgebucht - klar ist ja Weihnachten. Da sehe ich die Werbetafel einer Sprachschule und beschließe eine Woche Spanisch-Kurs hier zu machen. Einzelunterricht in einem schönen Garten am See.

Mein Klassenzimmer

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Der Pausenhof

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Mein Lehrer

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Dazu gehört die Unterbringung bei einer Gastfamilie, was zugleich mein Übernachtungsproblem löst. Eine Woche Einzelzimmer mit 3 Mahlzeiten täglich kostet 50€ - so ganz nebenbei ist das hier auch der billigste Ort auf der Welt an dem man Touristen findet. Wenn man will kommt man hier bequem mit 10€/Tag aus. Als Langzeittourist reichen vermutlich auch 5€.

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Der Atitlan-See mit den umliegenden Dörfern ist so eine Art Hippie-Zoo. Aussteiger und "Alternative" wo man hinsieht. Yoga-Schulen, Müsli, weite Batikklamotten. Viele Westler leben hier als Langzeittouristen oder haben sich komplett niedergelassen. Schöne Umgebung, billig, relativ sicher und mildes Klima - der Ort hat für diese Klientel einiges zu bieten.

Das ist seit Samoa der frommste christliche Ort an dem ich je gewesen bin.16 Kirchen, alle täglich gut gefüllt - es wird viel gesungen.

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Fast an jedem 2. Haus ein Graffiti mit religiösem Text.

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Man lebt hier friedlich nebeneinander. Die Hippies unten am See in "Gringolandia", die Einheimischen etwas weiter oben am Berg. Hier läuft alles etwas langsamer.

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Gewaltverbrechen kennt man hier nicht. Für ein Land wie Guatemala, das diesbezüglich nicht den besten Ruf hat, ist das sehr bemerkenswert. Dieser paradiesische Zustand endet allerdings bereits am Ortsschild. Von Wanderungen in die umliegenden Berge oder in die Nachbardörfer ohne Begleitschutz durch einen Führer wird dringend abgeraten. Bewaffnete Überfälle sind an der Tagesordnung. Die 5 Polizisten, die hier im Ort Dienst tun, haben allerdings so wenig Arbeit, dass sie auch die Post austragen um ausgelastet zu sein. Jeder reißt sich darum hierher versetzt zu werden. Für die Polizei ist das hier wie Urlaub.

Der See ist vor allem morgens ausgesprochen fotogen.

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Der See steigt jedes Jahr um 2 Meter. Viele Ausländer die Seegrundstücke gekauft hatten bekommen nun nasse Füße. In einer Bar finde ich seit langem wieder mal mein Lieblingsgetränk (Single Malt von Islay) und einen weiteren Kandidaten für meine Bilderserie "1. Laphroaig"

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Mittwoch ist Heiligabend und bei meiner Ankunft am Samstag sind alle schwer mit den Vorbereitungen fürs Fest beschäftigt. Meine Gastfamilie ist in der Kuchenback-Branche und jetzt ist Hochsaison. Sie arbeiten von früh bis spät die Bestellungen ab. Vor lauter Kuchen findet sich fast kein Platz für mich zum Essen.

Weihnachten ist hier alles andere als still. Feuerwerk und Böller den ganzen Tag. Erster Höhepunkt ist dann Mitternacht zum 25. Feuerwerk und alles ist auf der Straße. Am 25. geht es dann noch eine Stufe lauter. Feuerwerk in den Straßen.

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Riesige Lautsprecheranlagen werden aufgebaut und Live-Bands spielen. Die Musik ist fast so gut wie in Kuba, aber mit dem Tanzen haben sie's hier nicht so. Die meisten Einheimischen stehen etwas steif vor der Bühne, beobachten das Spektakel und wackeln dabei nicht mal mit dem Fuß.

Seit Flores reise ich mit Claus, ein verrückten Österreicher der vom Lake Tahoe (Kalifornien) bis hierher mit dem Fahrrad gefahren ist. Eigentlich wollten wir Weihnachten zusammen verbringen, aber wir haben uns irgendwie verloren und ich treffe ihn erst wieder am folgenden Tag. Nette Gesellschaft habe ich an diesem Weihnachtsabend aber dann doch noch gefunden.

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Eigentlich wollten wir zusammen nach El Salvador. Das wird aber nicht so einfach, denn er hat ja sein Fahrrad und den Anhänger als Ballast dabei. Die 3 Stunden im Minibus nach Antigua können wir zusammen fahren, dann geht es zumindest für ihn nicht mehr weiter. Jetzt zu den Feiertagen ist alles unterwegs und die Busse sind bis oben vollgepackt - da kommt sein Gepäck nicht mit. Nichtmal gegen Aufpreis. Wir verabschieden uns und ich nehme den Bus nach Guatemala City. Dort 2 Stunden warten und dann in den nächsten Bus über die Grenze nach El Salvador.

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Er fährt mit dem Rad hinterher und wird 3 Tage für die Strecke brauchen - bei mir waren es dieses Mal 12 Stunden bis ich endlich am Ziel in Santa Ana war.

Eingestellt von Tom Travel 20:00 Archiviert in Guatemala Kommentare (3)

Warum El Salvador?

Nix wie weg hier

sunny 30 °C
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Der Bus von Guatemala City fährt direkt nach San Salvador. Dort zu bleiben war mir zu gefährlich. El Salvador ist wieder eines der Länder, wo man sich gut überlegen sollte wo man Halt macht. Santa Ana ist die zweitgrößte Stadt im Land mit einer Viertelmillion Einwohnern und hat einen leicht besseren Ruf als die Hauptstadt.

Der Bus setzt mich um 8 Uhr abends an einer Durchgangsstraße in Santa Ana ab. Es ist stockdunkel und ich bin der Einzige der hier aussteigt und an Bord war ich sowieso wieder Mal der einzige Tourist. Aber so will ich das ja...eigentlich. Ich frage noch den Fahrer wo ich denn nun bin und wie ich zu meinem Hostel kommen soll. Er meint nur: "Taxi". Ok, dann also Taxi. Nur hier steht keines und wartet. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Mit dem gesamten Gepäck im Dunkeln in einem für mich neuen Land...Eine Viertelstunde stehe ich da und es kommt nicht 1 Taxi vorbei. Dafür jede Menge anderer Autos deren Insassen mich interessiert mustern. Lange kann ich hier nicht mehr stehen, dann spricht sich das herum, dass da ein Gringo zum Abgreifen herumsteht. Es sind zwar nur etwa 2km bis ins Hostel, aber die Strecke zu Fuß zu gehen kann ich in der Dunkelheit auf keinen Fall riskieren. Hunger habe ich auch. 50m die Straße runter ist ein kleines Restaurant, rappelvoll mit Einheimischen die beim Essen sind.

Da gehe ich jetzt hin, mit vielen Leuten um mich herum sinkt das Risiko überfallen zu werden. Am Eingang steht eine Wache mit Gewehr. Hier müssen scheinbar sogar Imbissbuden bewaffneten Schutz haben. Ich frage den Typ wie es mit Taxis aussieht. 3 Tacos und ein Bier später stehe ich wieder auf der Straße. Wieder kommt 15 Minuten lang kein Taxi. Da fuchtelt der Wach-Typ mit seinem Gewehr und zeigt auf einen Pickup. Wie, das soll ein Taxi sein? Na schön, es ist ja nicht so dass ich eine große Wahl hätte. Der Fahrer kennt die Adresse und verlangt einen unverschämten Betrag für die 5 Minuten Fahrt. Meine Verhandlungsposition ist miserabel und ich bezahle den verlangten Preis.

Es ist mittlerweile 9 Uhr und als wir die kurze Strecke zum Hostel fahren bin ich wirklich froh nicht zu Fuß gegangen zu sein. Alles wie ausgestorben, kaum Licht an den Straßen - perfekte Rahmenbedingungen für einen Überfall. Was tue ich hier? El Salvador ist in etwa so wie der Kosovo bei meinem Europatrip. Ein Land ohne touristische Attraktionen das im Weg liegt. Mein eigentliches Ziel ist Nicaragua, aber um dahin zu kommen muss ich nun Mal hier durch. Ich nehme es mal vorweg. El Salvador kommt zu Ost-Timor, Paraguay, Brunei und Kosovo an die Spitze der Liste der Länder, die ich nicht mehr besuchen werde.

Das Hostel das ich mir für die 4 Tage Aufenthalt hier ausgesucht habe ist ein Lichtblick. So dreckig laut und zum Teil übel riechend es draußen vor der Tür ist - drinnen ist es eine Oase der Ruhe und Sauberkeit. Einen solchen Kontrast habe ich noch nie erlebt. Hier stimmt alles bis ins Detail. Man kann eine top-eingerichtete Küche mitbenutzen. Ein Segen, denn hier möchte ich nirgends zum Essen gehen. So koche ich nun wieder Mal selbst, seit 7 Monaten das erste Mal - Erinnerungen an Afrika kommen auf. Drei Besuche im Supermarkt um die Ecke sind die einzigen Gelegenheiten bei denen ich das Hostel verlasse. Es sind mir hier zu viele Waffen auf der Straße.

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Warum auch? Ein kleiner Pool, kostenloses WiFi, ein Haufen netter Mitbewohner.

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Claus, mein Rad fahrender Begleiter seit Flores wollte auch hierhin hinterherfahren. So wie schon an Weihnachten wurde aber auch hier wieder nichts aus der Idee Sylvester zusammen zu verbringen. Einen Tag nach meiner Abreise hing er immer noch in Antigua fest, danach habe ich seit 3 Tagen nichts von ihm gehört.

Carlos, der Hostel-Besitzer spendiert Grillwürste und Rippchen. Die junge Dame aus Indien ist Vegetarierin und ekelt sich vor den Fleischwaren auf dem Rost.

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Jeder bereitet etwas vor oder kauft etwas zum Trinken. 10 Nationen an einem Tisch.

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Es wird eine ausgelassene Sylvesterparty, die so gegen 3 Uhr im Pool weiter geht und erst bei Sonnenaufgang endet.
Am Neujahrstag kann ich nicht länger warten und schließe mich 2 Amerikanerinnen an, die ebenso wie ich das Boot über den Golf nach Nicaragua nehmen wollen. Das ist so ziemlich die teuerste aber auch komfortabelste Variante um nach Süden voran zu kommen. Die Alternative wäre eine endlose Bus-Oddyssee durch Honduras. Das spart man sich, wenn man das Boot nimmt. Das Boot fährt aber nur alle 3-4 Tage und wenn ich jetzt nicht mitfahre hänge ich noch eine halbe Woche in diesem Land fest, aus dem ich eigentlich nur so schnell wie möglich weg will.

Zuerst geht es also Mal nach San Salvador. Das sieht (zumindest in der Gegend in der ich unterkomme) gar nicht so übel aus. Eher wie eine schäbige US-Großstadt. McDonalds, Subway überall. Nicht so gruslig wie Santa Ana, aber auch kein Ort der zum Bleiben einlädt. Um 5 Uhr am nächsten Morgen geht es weiter - in Suchitoto nimmt der Bus noch weitere Passagiere auf. Suchitoto scheint ganz nett zu sein. Ich habe wohl die genau falsche Wahl getroffen. Egal - jetzt will ich raus hier. Nochmal 3 Stunden dann sind wir am Fähranleger.

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Die Grenzkontrolle hier ist sehr familiär. Mehr als 20 Grenzgänger pro Tag haben sie hier selten abzufertigen. Das Boot für den kleinen Grenzverkehr über den Fonseca Golf ist winzig. Gut dass das Meer heute sehr ruhig ist.

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Auf der anderen Seite in Potosi, NIcaragua gibt es nicht mal einen Anlegesteg und nasse Füße bei der Landung. Kaum zu glauben aber auch das hier ist ein ordentlicher Grenzübergang.

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Es ist deutlich heißer als irgendwo bisher in Zentralamerika, zum ersten Mal komme ich ins Schwitzen. Die Abfertigung an der Grenze zieht sich über gut eine Stunde obwohl nur 10 Leute anstehen. Eilig hat man's hier nicht. Danach sind es nur nochmal 3 Stunden bis ans heutige Tagesziel in Leon. Am Ende war ich schon wieder 11 Stunden unterwegs. Das Hostel dort ist enttäuschend, was aber nach dem tollen Erlebnis im Casa Verde nicht anders zu erwarten war.

Eingestellt von Tom Travel 14:30 Archiviert in El Salvador Kommentare (0)

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